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Stillstandskosten: Die Rechnung, die beim Kunden anfällt

Warum die Reparatur der kleinere Posten ist.

Stillstandskosten sind die wirtschaftlichen Folgen einer nicht produzierenden Anlage: entgangener Deckungsbeitrag, Leerlaufkosten, Vertragsstrafen, Anlaufverluste. In industriellen Anwendungen übersteigen sie die Reparaturkosten regelmäßig um ein Vielfaches — und genau deshalb entscheidet nicht der Teilepreis über die Zahlungsbereitschaft, sondern die Zeit bis zur Lösung.

Woraus sie sich zusammensetzen

Der größte Posten ist fast immer der entgangene Deckungsbeitrag: Was hätte die Anlage in dieser Zeit produziert und zu welchem Deckungsbeitrag. Dazu kommen die Kosten, die weiterlaufen, obwohl nichts produziert wird — Personal, Energie, Abschreibung, gebundene Vorprodukte. Bei Lieferverpflichtungen kommen Vertragsstrafen oder Ersatzbeschaffung hinzu, in der Prozessindustrie zusätzlich Anlauf- und Ausschussverluste beim Wiederhochfahren.

Nicht direkt bezifferbar, aber real: der Reputationseffekt bei wiederholten Ausfällen und die Bindung von Führungskapazität, die während eines Störfalls nichts anderes tut.

Geplant gegen ungeplant

Der Unterschied ist größer als die Dauer vermuten lässt. Ein geplanter Stillstand lässt sich in eine schwache Auftragsphase legen, mit anderen Arbeiten bündeln und mit vorbereitetem Material und Personal fahren. Ein ungeplanter trifft die Organisation kalt: Teile fehlen, Techniker sind woanders, die Produktion steht ohne Alternative. Deshalb ist Planbarkeit ein eigener wirtschaftlicher Wert — unabhängig davon, ob die Gesamtstillstandszeit sinkt.

Was das für das Servicegeschäft bedeutet

Wenn der Stillstand ein Vielfaches der Reparatur kostet, dann verhandelt der Betreiber nicht über den Teilepreis, sondern über die Zeit bis zur Lösung. Das verschiebt das ganze Angebot: Verfügbarkeit wird zum Produkt, nicht das Ersatzteil. Reaktionszeit, Erstlösungsquote und Ferndiagnose werden zu kommerziellen Argumenten — und ein Servicevertrag mit belastbaren Zusagen lässt sich zu einem Preis verkaufen, der sich über Materialkosten nie rechtfertigen ließe.

Für den Hersteller ist die Stillstandsrechnung des Kunden deshalb die wichtigste Zahl im Verkaufsgespräch — und meistens die einzige, die der Kunde selbst schon kennt.

Eine praktische Näherung

Ausfallstunden multipliziert mit dem Deckungsbeitrag pro Betriebsstunde, plus weiterlaufende Fixkosten pro Stunde, plus einmalige Anlauf- und Strafkosten je Ereignis. Diese Rechnung ist grob, aber sie ist in einer halben Stunde gemeinsam mit dem Kunden aufgestellt — und sie macht jede Diskussion über Servicepreise sachlich.

Stillstandskosten sind die wirtschaftlichen Folgen einer stehenden Anlage — entgangener Deckungsbeitrag, Leerlauf, Vertragsstrafen, Anlaufverluste. Sie übersteigen die Reparaturkosten meist deutlich und bestimmen die Zahlungsbereitschaft im Servicefall.

FAQ

Wie berechnet man Stillstandskosten?

Näherungsweise: Ausfallstunden mal Deckungsbeitrag pro Betriebsstunde, plus weiterlaufende Fixkosten pro Stunde, plus einmalige Anlauf-, Ausschuss- und Vertragsstrafkosten je Ereignis.

Warum sind Stillstandskosten höher als die Reparaturkosten?

Weil die Reparatur nur Material und Arbeitszeit umfasst, der Stillstand aber den entgangenen Deckungsbeitrag der gesamten Anlage plus weiterlaufende Fixkosten und Folgekosten wie Vertragsstrafen und Anlaufverluste.

Was ist der Unterschied zwischen geplantem und ungeplantem Stillstand?

Ein geplanter Stillstand lässt sich terminieren, bündeln und mit vorbereitetem Material und Personal fahren. Ein ungeplanter trifft die Organisation unvorbereitet und kostet deshalb pro Stunde deutlich mehr.

Wir schreiben nicht nur darüber. Wir setzen es um.

Die meisten Unternehmen scheitern nicht an Ideen — sie scheitern an der Umsetzung. Wir arbeiten mit Teams zusammen, um Methoden wie diese in konkrete Ergebnisse zu verwandeln: klarere Entscheidungen, schnellere Lieferung, messbarer Impact.

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